ULTRASONE und der US-Markt – warum wir aktuell keinen Distributor haben
„Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ – so heißt es. Und tatsächlich höre ich diesen Satz, seit ich im Geschäft bin, immer wieder. Doch wer glaubt, dass ULTRASONE derzeit in den USA über einen Distributor vertreten ist, irrt sich. Warum?
Die amerikanische Geschäftskultur – Begeisterung oder Übertreibung?
Im Kern liegt es an einer Eigenschaft, die tief in der US-Mentalität verankert ist: Übertreibung.
Gerade Händler, Marketingprofis oder Verhandler in den Vereinigten Staaten setzen häufig auf eine enthusiastische, emotional übersteigerte Ausdrucksweise. Diese Rhetorik gehört zur dortigen Geschäftskultur, die stark auf Überzeugungskraft, Begeisterung und Optimismus setzt.
Typische Phrasen klingen dann so:
“This is a once-in-a-lifetime opportunity.”
“It’s a game-changer!”
“You’d be crazy not to take this deal.”
“Guaranteed to blow your mind.”
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen – und am Ende klingen alle Angebote nach Revolution, Riesenchance und einmaliger Gelegenheit.
Die Realität
Das Problem: Immer wenn uns jemand Container voller Kopfhörer versprochen hat, ist daraus nichts geworden. Die großen Worte hielten den Fakten selten stand. Und das Muster wiederholt sich – die Sprüche werden lauter, die Ergebnisse bleiben aus.
Fokus auf Asien statt USA
Angesichts der äußerst positiven Resonanz in Asien sehen wir derzeit keinen Grund, uns von dieser übertriebenen Rhetorik ablenken zu lassen. Dort zählt Substanz vor Show, und genau das passt besser zu unserer Philosophie.
Persönliche Einschätzung
Ich habe viele dieser „begeisterten Amerikaner“ getroffen – und die meisten sind einfach weitergezogen, ohne nachhaltige Ergebnisse. Jeder kennt angeblich einen oder zwei der großen Stars der Branche und präsentiert sich als der einzige, beste und wahre Partner, der ULTRASONE so groß machen könnte wie Apple.
Doch am Ende bleibt es oft nur bei großen Worten. Die Kunst besteht darin, die rote Linie zu ziehen: Mit wem lohnt sich ein Gespräch – und wer erzählt bloß Stories?
Mein Fazit: Danke, Amerika – aber im Moment: Nein, danke.

